Hilfsmittelbedarf unabhängig vom Sanitätshaus prüfen
Dr. med. Johann Banzhaf · Ärztin/Arzt hausärztlich · Praxis Dr. med. Johann Banzhaf , veröffentlicht am
Aktueller Umstand
Sanitätshäuser beraten über den Hilfsmittelbedarf und verdienen zugleich an der Versorgung. Unter Zeitdruck übernehmen Praxen Empfehlungen für zusätzliche Hilfsmittel oft, ohne den Nutzen im Alltag ausreichend klären zu können. So werden Hilfsmittel bezahlt, die nicht zur Wohnsituation passen, sich nicht bedienen lassen oder nicht genutzt werden.
Verbesserungsvorschlag
Den tatsächlichen Bedarf ermittelt eine Stelle, die nicht am Verkauf verdient: die Arztpraxis, wenn sie dafür Zeit erhält, auch für Hausbesuche, oder der Medizinische Dienst im Auftrag der Krankenkasse. Gemeinsam mit dem Patienten wird geprüft, welche Hilfsmittel im Alltag tatsächlich nutzbar sind.
Beispiel aus der Praxis
Zu verordneten Kompressionsstrümpfen empfiehlt das Sanitätshaus eine Anziehhilfe, eine Toilettensitzerhöhung und einen Rollator. Die Anziehhilfe kann der Patient wegen seiner Arthrose nicht bedienen, der Rollator passt nicht durch die Türen und bleibt an Teppichen hängen. Nur die Toilettensitzerhöhung erleichtert ihm den Alltag.